Tacheles

Tacheles kommt vom hebräischen tachlit (תכלית). Es bedeutet Ziel, Zweck. Das jiddische Wort Tacheles heißt „direkt und unverblümt die Wahrheit sagen“, „Klartext reden“.

Der Name des Galerie- und Atelierhauses in der Pechleraustraße 1a in Trostberg bezieht sich auf das Tacheles, ein Veranstaltungszentrum und Kunsthaus in der Oranienburger Straße im Berliner Ortsteil Mitte. Es nutzte in den Jahren von 1990 bis 2012 einen vor dem Abriss geretteten Gebäudeteil des ehemaligen Kaufhauses Wertheim. Der bedeutende Kaufhaus-Konzern der Familie Wertheim war von den Nationalsozialisten enteignet und nach dem Zweiten Weltkrieg wiedergegründet worden.

Kurz vor der geplanten Sprengung des Tacheles wurde das Gebäude am 13. Februar 1990 von der Künstlerinitiative Tacheles besetzt. Die Besetzer verhandelten mit der Baudirektion Berlin-Mitte und beriefen sich auf den Denkmalschutz, um den Abriss zu verhindern. Die Verhandlungen blieben zunächst erfolglos. Deshalb stellten die Besetzer beim Berliner Runden Tisch einen Dringlichkeitsantrag, der dann den Abriss vorläufig stoppte.

Die Künstlerinitiative ließ ein Gutachten zur Bausubstanz und Statik erstellen, auf dessen Grundlage das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wurde. Die Künstler bemalten das Haus bunt; aus Schutt errichteten sie Skulpturen. Der Komplex, der vom Tacheles e. V. betrieben wurde, entwickelte sich zu einem großen Kunst-, Aktions-, Veranstaltungs- und Kommunikationszentrum. In dem Gebäude befanden sich rund 30 Künstlerateliers, Ausstellungsflächen und Verkaufsräume für zeitgenössische Kunst, ein Programmkino sowie die „Panorama-Bar“.

Nach Ende des Mietvertrags im Jahr 2008 konnte kein neuer ausgehandelt werden; im September 2012 wurde das Tacheles geräumt. Ein Teil der Künstler zog nach Berlin-Marzahn aufs Gelände des ehemaligen Magerviehhofs. Seither steht das Gebäude ungenutzt leer.

Ich will mit meiner Tacheles-Reminiszenz in der Trostberger Pechlerau an die fruchtbare künstlerisch-morbide Atmosphäre der Berliner Institution erinnern und daran anknüpfen. Das Trostberger Tacheles dient mir zum einen als Atelier, zum anderen veranstalte ich hier regelmäßig Ausstellungen. Damit will ich einen Ankerpunkt für bildende Kunst in Trostberg schaffen.

Ausstellungen

12. Mai bis 4. Juni 2017

Künstler: Manuela Brzoska – Christine Rudholzner – Christel Stenglin – Dagmar Thienel – Andreas Lorenz – Werner Pink – Gernot Sorgner

30. Mai bis 28. Juni 2015 „Alte Räume – Neue Kunst“

Künstler: Manuela Brzoska – Charly Hofschaller – Andreas Lorenz – Lydia Luczay – Sabine Nessling – Ines Pink – Werner Pink – Lotte Stadlberger – Christine Rudholzner – Gernot Sorgner – Dagmar Thienel – Katja Troll

17./18./19./25./26. Oktober 2014

Künstler: Werner Pink – Christel Stenglin – Dagmar Thienel – Andreas Lorenz – Gernot Sorgner